Hilfreiche Informationen
Durchblutungsstörungen
Unterschiedliche Erkrankungen der Arterien (Schlagadern)
Beinschlagadern
Ultraschalldiagnostik arterieller Durchblutungsstörungen
Druckmessung an den Beinen und Bestimmung des ABI (Arm-Knöchel-Index)
Konservative Therapie der arteriellen Durchblutungsstörungen
Operative Therapie (Bypässe, Gefäßdehnung, Stentimplantationen)
Diagnostik und Therapie beim Diabetischen Fußsyndrom
Schlaganfall
Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße
Messung der Gefäßwanddicke (Intima-Media-Dicke) zur Abschätzung des Schlaganfallrisikos
Radiologisch interventionelle Therapie
Carotis- (Halsschlagader) Operationen
Gefäßerweiterungen (Aneurysma)
Ultraschalluntersuchung der Bauch und Beckenschlagadern
Stentimplantationen zur Ausschaltung eines Bauchaortaaneurysmas (EVAR Methode)
Minimalinvasive Eingriffe
Der Oberbegriff für operative Eingriffe mit kleinstem Trauma für Haut, Weichteile und Gewebe. Gleichbedeutend werden Begriffe wie Endoskopie, Laparoskopie (Bauchspiegelung) und minimal-invasive Chirurgie (MIC) verwendet. In vielen Bereichen hat sich die minimalinvasive Chirurgie etabliert und die konventionellen Verfahren (große Schnitte) abgelöst. Herauszuhebende Vorteile der mikrochirurgischen Eingriffe sind deutlich geringere Beschwerden und eine raschere Erholung und Mobilisation nach dem operativen Eingriff. Die Komplikationsraten, insbesondere die Infektionsrate, werden deutlich reduziert. Durch die geringeren postoperativen Schmerzen und durch die rasche Erholung können diese Verfahren zunehmend auch ambulant durchgeführt werden.
Bauchwandbruch oder Bauchwandhernie
Bei einem Bauchwandbruch handelt es sich um eine sackförmige Ausstülpung des Bauchfells durch eine angeborene oder erworbene Schwachstelle der Bauchdecke. Angeborene Schwachstellen der Bauchdecke sind die muskelfreien Bezirke am Nabel, in der Mittellinie und in der Leiste. Erworbene Schwachstellen finden sich oft im Bereich von Narbengewebe nach Bauchoperationen. Aus unterschiedlichen Gründen kann es zum Riss des Binde- oder Narbengewebes kommen. Dabei stülpt sich das Bauchfell mit Bruchinhalt mehr oder minder stark in die Bauchdecke, was als Vorwölbung zu tasten ist. Jedes Bauchorgan kann zum Bruchinhalt werden, häufig ist es jedoch Darm. Der Bruch lässt sich meistens mit leichtem Druck, vor allem Im Liegen zurückdrücken. Die große Gefahr der Bauchwandbrüche ist die Einklemmung mit Unterbrechung der Blutversorgung des innenliegenden Darmes, was innerhalb kurzer Zeit zu einer lebensbedrohlichen Situation führen kann. Das das Risiko der Einklemmung im Voraus oft nicht sicher abzuschätzen ist, wird die Operation empfohlen.
Leistenbruch oder Leistenhernie
Der Leistenbruch ist die mit Abstand am häufigste vorkommende Bruchform. In Deutschland werden pro Jahr etwa 250000 Leistenbrüche operiert. Betroffen sind vor allem Männer. Der Bruch entsteht im Bereich einer anatomischen Schwachstelle in einem muskelfreien Bezirk oberhalb des Leistenbandes. Man unterscheidet verschieden Formen (indirekter, direkter Leistenbruch, Hodenbruch), die sich in Lokalisation und Ausmaß unterscheiden.
Eine Sonderform ist die weiche Leiste oder Sportlerleiste
Hauptsymptom des Bruches ist die oft schmerzlose Vorwölbung in der Leistenregion, welche vor allem beim Pressen und Husten stärker hervortritt. Der Bruch besteht aus einem Bruchsack(Bauchfell) und dem Bruchinhalt (Darm). Die häufigste Komplikation ist die Einklemmung von Darmanteilen, wobei es hierbei durch Unterbrechung der Blutversorgung innerhalb kurzer Zeit zu einer lebensbedrohlichen Situation kommen kann. Da dieses Risiko vorher oft nicht abzuschätzen ist, wird eine Operation prinzipiell bei jeder Bruchgröße empfohlen. Die Operation stellt die einzig dauerhafte Behandlung des Bruches dar. Ziel ist es das zerstörte Gewebe zu reparieren und gegebenenfalls zu verstärken. Da die Ergebnisse der früher durchgeführten Nahttechnik hinsichtlich einer Wiedererkrankung (Rezidiv) eher schlecht bis sehr schlecht waren, ist man schon frühzeitig dazu übergegangen die Leiste mit einem Netz zu stabilisieren. Bei Erwachsenen haben sich die Netzverfahren , auch Dank der Entwicklung reizloser und sehr gut verträglicher Kunststoffnetze, etabliert. Nun lässt sich das Netz zur Verstärkung der Bauchdecke auf verschiedene Arten einbringen. Grundsätzlich unterscheiden sich die Verfahren in der Art des Zuganges. Bei den konventionellen Verfahren wird das Netz über einen Schnitt in der Leiste eingebracht.
Bei den minimalinvasiven Verfahren wird ein Kunststoffnetz über kleinste Zugänge am Nabel und Unterbauch eingebracht. Die Langzeitergebnisse sind mit einer geringen Wiedererkrankungsrate bei beiden Verfahren gleich gut. Die Vorteile der minimalinvasiven Zugänge sind mit der deutlich verkürzten Rekonvaleszenzzeit (frühzeitigere Mobilisation und Vollbelastung) und den deutlich reduzierten postoperativen Beschwerden herausragend. Die individuelle Beurteilung und Empfehlung durch den Arzt ist bei der Auswahl des Verfahrens entscheidend. Manchmal kann das mikrochirurgische Verfahren, abhängig vom Alter und Gesundheitszustand des Patienten und von der Bruchgröße, nicht empfohlen und durchgeführt werden.
Minimalinvasive Verfahren
TEP- Technik (Total extraperitoneale Technik) Bei diesem von uns bevorzugten Verfahren wird über einen ca 1cm langen Hautschnitt unterhalb des Nabels der Raum hinter der Muskulatur auf dem Bauchfell freigelegt. Auf dem Bauchfell als Leitschiene, also noch außerhalb des eigentlichen Bauchraumes, wird zunächst ein Ballon in die betroffene Leiste geschoben. Durch Aufblasen wird das Bauchfell nach hinten geschoben und somit eine Höhle geschaffen, die nach Entfernen des Ballons über eine eingeführte Kamerahülse mit CO2 Gas aufgehalten wird. Über diesen Zugang wird eine stabförmige Optik eingeführt mit der es möglich ist das Operationsfeld auf einen Bildschirm zu übertragen. Im Unterbauch werden noch zusätzlich 2 kleine Arbeitshülsen ( Durchmesser 5mm) eingeführt.
Mit speziellen Instrumenten wird der Raum dann so vorbereitet, dass ein 15x 10cm großes Kunststoffnetz in die Leiste eingelegt werden kann. Die Größe des Netzes ist erforderlich um alle möglichen Bruchlücken in der Leiste ausreichend mit dem Netz zu überdecken um damit dem Risiko einer Wiedererkrankung (Rezidiv) entgegenzuwirken. Unter Lagekontrolle des Netzes wird der Raum entlüftet. Durch den stets höheren Bauchinnendruck wird das Bauchfell gegen Netz und Bauchwand gedrückt und somit die Lage des Netzes sofort stabilisiert. Ein Verrutschen des Netzes nach OP ist damit nahezu ausgeschlossen. Nur in seltenen Fällen muss das Netz, z.B. bei sehr großen Brüchen, fixiert werden.
Durch das geringe Operationstrauma ist der Patient rasch beschwerdefrei und mobil. Eine Vollbelastung ist nach 14 Tagen möglich.
Ein weiterer Vorteil der Methode ist, dass auch doppelseitige Leistenbrüche und Sterilisationen in einer Sitzung versorgt und durchgeführt werden können.
TAPP- Technik (Transabdominale präperitoneale Patchplastik)
Hierbei ist das Instrumentarium dasselbe wie bei der TEP- Technik. Der Unterschied ist der Zugangsweg. Ebenfalls über einen Schnitt am Nabel wird bei der TAPP- Technik die Kamerahülse und die Arbeitshülsen in die Bauchhöhle eingeführt und die Leiste vom Bauchraum mit einem Netz versorgt.
Die Ergebnisse der Methode sind ähnlich wie die der TEP- Technik. Während des Eingriffes können auch die einsehbaren Organe der Bauchhöhle beurteilt werden. Nachteil der Methode ist die gering erhöhte Gefahr der Verletzung von Organen der Bauchhöhle.
Offene Netzverfahren
Operation nach Lichtenstein: In einigen Fällen ist den offenen oder konventionellen Verfahren heute immer noch der Vorzug zu geben. So z.B. bei
Brüchen mit großen Bruchlücken
Hodenbrüchen (bis in den Hodensackreichende Bruchformen)
Erhöhtes Risiko für eine Vollnarkose
In diesen Fällen versorgen wir den Bruch in der Technik nach Lichtenstein. Hierbei wird ein ca 8 cmlanger Schnitt in der betroffenen Leiste durchgeführt.
Die vordere Wand des Leistenkanals eröffnet. Der Bruchsack vom Samenstrang abgelöst. Der Bruchinhalt wird in den Bauchraum zurückgeschoben. und die Bruchlücke zunächst mit Nähten locker verschlossen. Anschließend wird ein Kunststoffnetz in ausreichender Größe von außen aufgelegt, welches zusätzlich auch alle weiter möglichen Bruchlücken ausreichend überdeckt.
Nahtverfahren
Die reinen Nahtverfahren z.B. nach Shouldice und Bassini werden heute nur noch bei Kindern oder die Minimal Repair bei Sportlerleisten durchgeführt. Hierbei wird über einen Leistenschnitt das gerissene Gewebe in spezieller Nahttechnik genäht.
Sportlerleiste oder weiche Leiste
Die Sportlerleiste entsteht oft schleichend mit Leistenbeschwerden, die sich vor allem unter körperlicher Belastung verstärken. Oft bilden sich die Beschwerden auch nach einer Sportpause nicht vollständig zurück und sind meist konservativ therapieresistent.
Entstehung
Die weiche Leiste tritt bei allen Sportarten auf, jedoch deutlich gehäuft bei Fußballern.
Nach neusten Erkenntnissen kommt es gerade im Fußballsport zu einem Missverhältnis der stark ausgeprägten Oberschenkelmuskulatur und der oft schwächer ausgebildeten Bauchmuskulatur. Hierdurch kommt es zur Schwächung eines muskelfreien Bezirkes im Leistenkanal und zu einer Änderung der Statik des Beckens. Unter Belastungen kommt es hierbei im Bereich des Durchtrittes des Samenstrangs durch die Bauchdecke zu Nervenirritationen, die die Beschwerdesymptomatik auslösen. Die durch das Muskelungleichgewicht verursachte Änderung der Statik im Beckenbereich führt oft zusätzlich zu Sehnenentzündungen im Ansatzbereich der Muskulatur. So treten oft Reizungen und Entzündungen des Schambeins zusammen mit der weichen Leiste auf.
Sprechen Leistenbeschwerden auf entsprechende Maßnahmen wie Schmerztherapie ( Antiphlogistika, Infiltrationen), Kühlung, physikalische Therapie und Sportpause nicht an, sollte frühzeitig ein Chirurg hinzugezogen werden. Hier wird die Diagnose durch eine spezielle körperliche Untersuchung und durch die gezielte Erhebung des Beschwerdebildes gestellt. Typisch ist ein lokaler Druckschmerz im Bereich des äußeren Leistenringes und des Schambeins beim Pressen. Nur selten ist eine richtige Vorwölbung wie bei einem Leistenbruch feststellbar. Bemerkenswert nach den neusten Studien, was auch unseren Erfahrungen entspricht, ist der hohe Anteil der tatsächliche festgestellten Brüche (bis zu 90 %) während des operativen Eingriffes, die vor Operation in einer Vielzahl der Fälle nicht festzustellen waren. Bei typischen Leistenbeschwerden, die sich unter 4 wöchiger konservativer Therapie nicht bessern empfehlen wir die Operation. Entscheidend bei der Operation ist die Stabilisierung der Leistenhinterwand. Um die Rekonvaleszenzzeit so kurz wie möglich zu halten eignen sich unserer Meinung nach 2 Verfahren, die nach 2- 4 Tagen wieder eine sportliche Betätigung und nach ca 14 Tagen wieder eine volle körperliche Belastung zu lassen.
Minimal Repair
Hierbei wird über einen kleinen Leistenschnitt das gerissene Gewebe oder die Bruchlücke dargestellt und mit Naht verschlossen. Der betroffene Nerv wird dargestellt und mobilisiert, manchmal verlagert oder sogar durchtrennt. Um die oft begleitende Reizung oder Entzündung des Schambeins zu beheben wird noch eine spezielle Entlastungsnaht der Muskulatur in diesem Bereich durchgeführt.
TEP- Technik
Die TEP- Technik wurde schon im Kapitel Leistenhernien beschrieben. Hierbei wird in minimalinvasiver Technik ein Kunststoffnetz im Bereich der Hinterwand platziert. Die Ergebnisse beider Methoden sind annähernd gleich gut, die Patienten werden in 95% der Fälle rasch beschwerdefrei. Zusammenfassend versteckt sich hinter dem Begriff der weichen Leiste oder Sportlerleiste häufig ein nicht erkannter Leistenbruch. Sind die Schmerzen in kurzer Zeit mit entsprechenden Maßnahmen nicht zu behandeln, sollte operiert werden. Entscheidend bei der gewählten Operationsmethode ist die Stabilisierung der Leistenkanalhinterwand. Geeignete Verfahren führen in der Literatur und in den eigenen Daten zu Beschwerdefreiheit in bis zu 95% der Fälle.
Nabelbruch oder Nabelhernie
Diese Bruchform tritt im Bereich der Nabelregion auf. Sie können winzig bis kopfgroß sein. Meist enthält der Bruchsack Teile der Fettschürze, bei großen Brüchen auch Darmanteile. Wie bei allen Brüchen besteht auch hier die Gefahr der Einklemmung, manchmal auch verbunden mit starken Schmerzen. Hieraus ergibt sich auch die generelle Operationsnotwendigkeit im Erwachsenenalter. Wie bei der Operation der Leistenbrüche gibt es Nahtverfahren, Netzverfahren und minimalinvasive Verfahren Die Nahtverfahren eignen sich bei kleinen Brüchen . Hier wird bei ausreichend stabilen Verhältnissen nach Darstellen und Zurückschieben des Bruches in den Bauchraum die Bruchlücke in einer speziellen Nahttechnik verschlossen. Bei größeren Brüchen werden zur Verstärkung der Bauchwand Kunststoffnetze eingebracht, die die Bauchwand zusätzlich stabilisieren. Diese können über einen Zugang ober- oder unterhalb des Nabels eingelegt werden oder miniinvasiv über Bauchspiegelung, in der sogenannten IPOM- Technik.
Epigastrische oder Mittellinienbrüche
Diese Bruchform entsteht in der Bauchmittellinie zwischen Nabel und Brustkorb. Größe, Beschwerden, Komplikationen und OP- Verfahren entsprechen denen der Nabelbrüche.
Narbenbrüche
Relativ häufig entstehen Brüche im Bereich von Buchwandnarben nach vorausgegangener Operation.
Die möglichen Ursachen z.B. eine ungünstige Schnittführung, Notfalloperationen, und Fettleibigkeit sind vielfältig.
Ob ein Narbenbruch operiert werden muss, sollte immer individuell entschieden werden. Alle bisherigen Operationsformen sind wegen der Verwachsungen und der oftmals großen Brüche für den Operateur sehr anspruchsvoll. Auch ist die Komplikationsrate, vor allem die Infektionsrate im Vergleich zu anderen Bruchoperationen, erhöht.
Aber auch hier ist es gelungen durch minimalinvasive Verfahren und Neuentwicklung spezielle Netze das Operationstrauma und die Komplikationsrate deutlich zu senken.
IPOM- Technik ( Intraperitoneale online mesh- Technik)
Hierbei werden fernab vom Bruch meist 3 Hülsen für die Kamera und Arbeitsinstrumente in die Bauchhöhle eingeführt. Die Bruchlücke wir von innen dargestellt, mögliche Verwachsungen gelöst.
Es wird dann von innen ein speziell beschichtetes Netz mit ausreichend weiter Überlappung der Bruchlücke an die Bauchwand gelegt und mit Spezialtuckern und Nähten fixiert. Der große Vorteil dieses Verfahrens gegenüber der offenen Verfahren ist das wesentlich geringerer Operationstrauma, die geringere Infektionsrate, die deutlich reduzierten Schmerzen nach der Operation und damit die raschere Mobilisation.
Operationsmethode „Pit picking„ bei einem Sinus pilonidalis oder einer Steißbeinfistel
Der Sinus pilonidalis (pilus=Haar, nidus=Nest) ist eine akut oder chronisch verlaufende Entzündung im Fettgewebe der Unterhaut, überwiegend im Bereich oberhalb der Steißbeinregion. Die Erkrankung hat nichts mit dem eigentlichen Steißbein zu tun, die Fisteln liegen lediglich über diesem Knochen.
Als Anzeichen für eine Steißbeinfistel werden plötzlich auftretende Schmerzen, Schwellung oder Rötung am Steißbein angesehen, zudem ist die Stelle stark druckempfindlich, wodurch langes Sitzen oder Gehen als häufig Schmerzhaft empfunden wird. Bei der milden Form verläuft die Entzündung unauffällig, ohne die schmerzhaften Symptome. Lediglich eine kleine Hautöffnung in der Pofalte ist zu sehen. Bei akuten Entzündungen kommt es zu Eiterbildungen , einem Abszess. Der Sinus pilonidalis oder die Steißbeinfistel ist eine Erkrankung, die im Laufe des Lebens entstehen kann, vornehmlich in der Pubertät, bei möglicher genetischer Vererbung. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen.
Der Entstehung scheinen verschiedene Ursachen, ausgelöst durch folgende Mechanismen, zugrunde zu liegen. Durch Reibebewegung der Pofalte drehen abgebrochene Haare mit wurzelnahen Enden in die Haut ein. Dadurch entstehen sogenannte Pori oder Pits (Vertiefungen), die Haare enthalten können. Da die Hornschuppen der Haare als Widerhaken fungieren, dringt das Haar immer tiefe bis in das Unterhautgewebe ein. Dort entwickelt sich eine Fremdkörperentzündung, die nicht spontan abheilt, sich aber infizieren kann.
Starke Behaarung, Übergewicht, übermäßige Schweißbildung sowie überwiegende sitzende Tätigkeit begünstigen die Entstehung eines Sinus pilonidalis. Die geläufige Behandlung der Steißbeinfistel erfolgt über die traditionelle Operationsmethode, dabei wird der gesamte Fistelbereich ausgeschnitten, mit anschließender offener Wundbehandlung. Das offene Ausheilen der Wunde ist hierbei langwierig und beträgt oft 1,5- 3 Monate. Eine besondere Form der offenen Wundbehandlung bei Sinus pilonidalis, stellt die in den 80iger Jahren von dem amerikanischen Chirug J. Bascom entwickelte Operationsmethode dar.
Diese Methode eignet sich für kleine, erstmalig auftretende Fistelporen: die sog. „Pit picking“ Methode, was soviel wie „Rauspicken der Fisteln“ bedeutet. Dabei werden lediglich die Stellen, wo sich Haare in die Haut einbohren („Pits“), sparsam ausgeschnitten. Die „Pit picking“ Operation ist der kleinste Eingriff für die Behandlung von Patienten mit Steißbeinabszeß. Dieser Eingriff wird in der Regel ambulant, in Bauchlage und in Vollnarkose durchgeführt.
Das Prinzip dieser Op-Technik ist es, die vorliegenden Fistelgänge in der Analfalte (die „Pits“) knapp auszuschneiden („picken“), mit Wunden von nur 2 bis 3 mm. Damit erreicht man einen Verschluss der Fisteln durch Narbenbildung. Schließen sich die „Pits“, verklebt auch die ehemalig entzündete Höhle unter der Haut und heilt aus. Nach der Operation bestehen keine Einschränkungen. Der Verband kann am nächsten Tag abgenommen werden, danach reicht es aus, wenn auf der Wundfläche eine Einlage mit Kompressen getragen wird. Dabei sollte auf Spülungen und Salben verzichtet werden. Eine Unterstützung des Heilungsprozesses durch Analgetika und einer Erholungsphase ist anzuraten. Der Eingriff hat eine Rückfallrate von ca. 20% bei Männern, aber nur ca. 4% bei Frauen, so das der Eingriff nahezu ideal für weibliche Patientinnen ist. Die Rückfallquote ist bei Männern etwas höher, aber durch die schonende Erstoperation kann bei einer Wiedererkrankung die „Pit picking“ Methode ohne Probleme wieder, auch beliebig oft, wiederholt werden.
“Rauchen und Übergewicht erhöhen das Risiko eines Rezidives.”
Insgesamt heilen die Fisteln nach einer „Pit picking“ Operation nach max. 4 Wochen komplett aus, und der operative Bereich ist völlig trocken.
Schilddrüse
Mehr Sicherheit in der Schilddrüsenchirurgie durch Neurostimulation
Im Meliva MVZ Westpfalz wurde ein neues Verfahren vorgestellt, dass die Sicherheit bei Schilddrüsenoperationen deutlich erhöht. Mit mehr als 100.000 Eingriffen zählen alleine in Deutschland Operationen an der Schilddrüse zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen.
Eine mögliche Komplikation der Schilddrüsenchirurgie ist die Verletzung des Stimmbandnervs. Dieser verläuft variabel in unmittelbarer Nachbarschaft der Schilddrüse. Die Häufigkeit der Verletzung des Stimmbandnervs wird in der Literatur einseitig mit 0,5 – 7,0 % und beidseitig mit 0,5 – 2,0 % angegeben.
Folgen der Verletzung sind neben Heiserkeit und Luftnot auch lebensbedrohliche Situationen, die notfallmäßig einen Luftröhrenschnitt zur Folge haben.
Um solche Komplikationen zu vermeiden, ist bisher neben der sorgfältigen Präparation auch die Nervendarstellung Standard. Eine zunehmende Sicherheit wird nun durch die Nervenstimulation und Ableitung von sogenannten Aktionspotentialen des Nervs gewährleistet.
Durch dieses sogenannte Neuromonitoring kann der gefährdete Stimmbandnerv problemlos identifiziert und seine Funktion während der gesamten Operation überwacht werden.
Von Dr. Jung wurde das Neurostimulationsgerät „Avalanche“ der Firma Langer bereits mehrfach erfolgreich eingesetzt. Zitat Dr. Jung: „Eine einfache Methode, die die Sicherheit für Patienten und Operateur deutlich verbessert.“
Angebote und Leistungen
Schilddrüsensprechstunde nach Vereinbarung, zertifiziert im Deutschen Schilddrüsenzentrum
Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsendiagnostik
Laboruntersuchungen
Ultraschalluntersuchungen
Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenoperationen
Das geschwollene Bein
Die Ursachen des geschwollenen Beines sind vielfältig und betreffen oft mehrere Organsysteme.
Neben Erkrankungen des Herzens, der Nieren, der Leber und des Stoffwechsels können auch folgende Erkrankungen eine Umfangszunahme der Beine verursachen:
Krampfadererkrankung
Die Krampfadererkrankung (medizinisch Varikosis oder Varize) ist ein Volksleiden. Bei 90% der Betroffenen besteht eine erbliche Veranlagung.
Symptome der Krampfadererkrankung sind:
Schwere, müde Beine
Spannungsgefühl
Schwellung der Unterschenkel und Knöchel
Selten sind nächtliche Krämpfe und Unruhegefühl der Beine
Komplikationen der Krampfadererkrankung sind:
durch die chronische Stauung bedingte Ernährungsstörungen der Haut mit bräunlichen Verfärbungen bis zum offenen Bein (Ulcus cruris, Endstadium der Erkrankung)
Venenentzündungen
Thrombosen
Blutungen durch Platzen der Krampfader
Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris)
Das Unterschenkelgeschwür kann Folge einer Krampfadererkrankung oder eines postthrombotischen Syndroms (PTS) sein. Es tritt häufig oberhalb des Innenknöchels auf. Im Verlauf der Erkrankung können sich erhebliche Schmerzen, Schwellungen, schwere Entzündungen und Verhärtungen der Muskelhülle (Fasziensklerose) ausbilden.
Behandlungsmöglichkeiten:
strukturierte Wundversorgung
Kompressionstherapie
Bewegung
Wachstumsfaktoren
operativ durch z.B. Krampfadersanierung, Längsspaltung der Muskelhülle (Faszienspaltung) und Abtragung von abgestorbenem Gewebe
Bei länger bestehenden Geschwüren sollte auch eine Gewebeprobe entnommen werden um bösartige Hauterkrankungen als Ursache auszuschließen.
Lymphödem
Die Erkrankung führt in den Arztpraxen oft noch ein Schattendasein und wird oft zu spät diagnostiziert und behandelt und die therapeutischen Möglichkeiten nicht ausgeschöpft.
Beim Lymphödem handelt es sich um eine meist chronische Transportstörung der Lymphe aus dem Gewebe. Die Ursachen sind vielfältig, manchmal auch unklar. Die Erkrankung betrifft häufig Frauen und beginnt oft schleichend schon in jungen Jahren. Nach der Diagnosestellung wird für den Patienten ein individuelles Therapiekonzept entworfen. Oft ist eine Langzeitbehandlung erforderlich. Grundpfeiler der Therapie sind eine Entstauungstherapie durch Lymphdrainage und eine Erhaltungstherapie durch Kompression.
Je früher der Behandlungsbeginn desto größer die Erfolgsaussichten.
Lipödem
Beim Lipödem handelt es sich um eine meist erbliche, chronische Fettverteilungsstörung, wobei die Erkrankung fast ausschließlich bei Frauen vorkommt. Zusätzlich liegt auch oft ein Lymphödem vor. Man spricht dann von einem Lipolymphödem. Wie beim Lymhödem ist häufig eine Langzeittherapie, bestehend aus Entstauungs- und Kompressionstherapie, erforderlich. Bei sehr starker Ausprägung kann auch eine Fettabsaugung in Erwägung gezogen werden.
Wichtig zu wissen ist, dass das Lipödem kein Ausdruck von Übergewicht ist und damit durch Diät nicht behandelbar ist.
Diagnostik und Therapie von Venenthrombosen und Venenentzündungen
Wir binden Ihnen Gesundheit ans Bein
Bei einer Thrombose handelt es sich um ein Blutgerinnsel im tiefen Venensystem. Entsteht dieses Blutgerinnsel im oberflächlichen System spricht man von einer Venenentzündung (Thrombophlebits) Thrombosen entstehen oft plötzlich, die Ursachen sind vielfältig, manchmal auch unklar. Die Thrombose sollte rasch diagnostiziert werden, um mögliche Komplikationen, wie die lebensbedrohliche Lungenembolie und das Postthrombotische Syndrom (PTS), eine lebenslange Folgeerkrankung, zu verhindern. Durch Ultraschalluntersuchung ist man heute in der Lage eine Thrombose des tiefen und oberflächlichen Bein- und Armvenensystems sicher zu erkennen. Bei Thrombosen im Beckenbereich ist manchmal eine zusätzliche Computertomographie der betroffenen Region erforderlich.
Sollte der Arzt bei ihnen eine Thrombose oder Thrombophlebitis feststellen ist eine sofortige differenzierte Behandlung erforderlich. Um zu verhindern, dass das Blutgerinnsel (Thrombus) wächst oder dass sich Teile davon ablösen (Gefahr der Lungenembolie) wird die Blutgerinnung meist mit Heparin gehemmt. Dies erfolgt mit Bauchspritzen 1-2xtgl. Wichtig sind hier regelmäßige Kontrollen des Blutbildes, da es bei wenigen Menschen zu einem erheblichen Abfall der Blutplättchen (Thrombocyten), dem sogenannten HIT- Syndrom, kommen kann. Im weiteren Verlauf ist eine länger andauernde Gerinnungshemmung erforderlich. Bei Erstthrombose in der Regel 3-6 Monate, da in dieser Zeit durch Um- und Abbau des Blutgerinnsels die Gerinnbarkeit des Blutes, und damit die Gefahr einer erneuten Thrombose, erhöht ist. Diese sogenannte Sekundärprophylaxe wird heute meistens mit Cumarin (z.B. Marcumar) in Tablettenform durchgeführt. Die Einnahme von Cumarinen erfordert regelmäßige Blutuntersuchungen und eine besondere Aufmerksamkeit, da bei zu hoher Dosierung Blutungen auftreten können.
Ebenso wichtig wie die Hemmung der Blutgerinnung ist die Kompression. Anfänglich wird hierdurch das Blutgerinnsel gegen die Venenwand gepresst und kann mit dieser verwachsen. Zusätzlich wird das restliche Venensystem unterstützt, um die Funktion der verschlossen Vene zu übernehmen. Später werden Folgeerscheinungen wie das postthrombotische Syndrom abgemildert bzw verhindert. Die Länge der Kompressionstherapie richtet sich nach dem Ausmaß der Thrombose und den Folgeerscheinungen. Den erforderlichen Zeitraum im Verlauf der Behandlung zwischen Arzt und Patient besprochen und individuell festlegt. Nach neusten Untersuchungen ist eine Immobilsation (Bettruhe) und damit eine Krankenhauseinweisung in den seltensten Fällen erforderlich.
In zunächst engmaschigen Abständen sind Ultraschallkontrolluntersuchungen erforderlich. Die Betreuung des Patienten erfolgt in dieser Zeit durch unser Venenzentrum und den Hausarzt.
Kompressionstherapie
Bei vielen Erkrankungen der Beine ist eine Kompressionstherapie unerlässlich. Diese ist manchmal zeitlich begrenzt, manchmal dauerhaft erforderlich.
Eine häufige Ursache von Erkrankungen der Venen- und Lymphgefäße ist eine Transportstörung, wobei die Gefäße nicht mehr in der Lage sind selbst zu transportieren.
Ziel der Kompressionstherapie ist es nun durch permanenten Druck die Gefäße zu verengen und damit die Fließgeschwindigkeit des Blutes zu erhöhen. Hierdurch wird der Gewebedruck reduziert und Schlackenstoffe abtransportiert. Dies führt zu einem deutlichen Rückgang der Beschwerden führt.
Kompression reduziert die Beschwerden und steigert die Lebensqualität
Die Kompressionstherapie wird zur Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen der Beine eingesetzt:
Thrombose und der Venenentzündung (Thrombophlebitis)
Postthrombotisches Syndrom
Lymph- und Lipödem
Zeitliche Nachbehandlung bei Krampfadernoperationen
Schwangerschaftsödeme
Wichtig ist ein individuelles Therapiekonzept. Das Einbeziehen der Symptome, des Patientenalters und der Mobilität des Patienten sind ebenso wichtig wie die Kompressionsklasse, die Strumpfart und das Herstellungsverfahren.
Ein Strumpf von der Stange ist zur Behandlung nicht geeignet! Zur erfolgreichen Kompressionstherapie wird der Arzt dem Patienten den geeigneten Strumpf verschreiben, wobei die Beratung durch einen authorisierten Fachhändler ebenso wichtig ist.
Krampfaderoperationen
Ambulante und stationäre Krampfaderoperationen in mikrochirurgischer Technik
Durch Weiterentwicklung des Operationsinstrumentariums und der Operationstechnik ist man heute in der Lage, Krampfadern schonend und komplikationsarm zu operieren. Dadurch können viele Krampfaderoperationen ambulant durchgeführt werden. Je nach Ausprägung und den Begleiterkrankungen ist manchmal jedoch eine stationäre Behandlung für 2-3 Tage erforderlich und sinnvoll.
Die klassische Krampfaderoperation ist das sogenannte Strippingverfahren. Hierbei wird eine Sonde über einen kleinen Leistenschnitt in die Hauptkrampfadervene eingeführt und im Bereich des Unterschenkels ausgeleitet. Anschließend wird die Sonde zusammen mit der gesamten Krampfadervene gezogen (gestrippt). In gleicher Sitzung werden noch erkrankte Seitenäste durch kleinste Hauteinstiche (Miniphlebektomietechnik) entfernt.
In der Regel wird von der Leiste aus eine Drainage in den Strippingkanal eingelegt. Das Bein wird bis zum ersten Verbandswechsel nach 1- 2 Tagen gewickelt und anschließend mit einem Kompressionstrumpf für 4 Wochen versorgt. Der Kompressionsstrumpf sollte die ersten 5 Tage auch über Nacht getragen werden.
Die Fädenentfernung erfolgt am 4. und 8. Tag nach der Operation. Da das Thrombose- (Blutgerinnsel im tiefen Beinvenensystem) und Embolierisiko (Verschleppung von Gerinnsel in die Lunge) bei Beinoperationen im Vergleich zu anderen Operationen leicht erhöht ist, verordnen wir eine Heparintherapie über Bauchspritzen für 10 Tage. Das Operationsverfahren ist sehr komplikationsarm, das kosmetische Ergebnis und Langzeitergebnis sehr gut. Für die Operation typische oberflächliche Hämatome bilden sich vollständig zurück.
Bei korrekt durchgeführter Operation sind Wiedereingriffe sehr selten. Ziel der Operation ist die Symptome und Komplikationen der Krampfadererkrankung zu behandeln. Da die Bildung von Krampfadern erblich ist und im eigentliche Sinne nicht heilbar ist, können sich an anderer Stelle wieder Krampfadern entwickeln. Diese sind aber in der Regel ohne Krankheitswert und oft nur ein kosmetisches Problem, das durch eine Verödungstherapie gut zugänglich ist.
Der individuelle Behandlungsplan des Patienten wird in einem Beratungsgespräch erstellt. Die benötigten Rezepte (Kompressionsbinden, Strümpfe, Thrombosespritzen) ausgestellt und der OP- Termin und die Nachbehandlungstermine festgelegt. Vor, während und nach der Operation ist stets eine intensive Betreuung durch das Praxisteam gewährleistet. Neben der Praxisnummer erhält der Patient auch eine Telefonnummer unter der der Operateur jederzeit erreichbar ist.
Wichtig ist, dass sich der Patient vor, während und nach der Operation gut aufgehoben und sicher fühlt.
Schaumverödung größerer Venen
Bei der Schaumverödung wird das Verödungsmittel durch ein besonders Verfahren aufgeschäumt. Wie bei der Flüssigkeitsverödung führt der Schaum zu einer Zerstörung der Gefäßinnenwand. Da der Schaum länger an der Gefäßwand haften bleibt ist es hierdurch möglich auch größere Venenäste mit sehr gutem Ergebnis zu veröden.
Thermokoagulation
Neues schonendes Verfahren zur Behandlung von Besenreisern, Hautveränderungen und Krampfadern.
Ein neues Verfahren wurde eingeführt, mit dem es möglich ist, auf sanfte Art Gefäßveränderungen zu behandeln Dem Hersteller ist es hierbei gelungen ein Gerät zu entwickeln mit dem man sowohl Besenreiser und vielfältige Hautveränderungen, als auch Krampfadererkrankungen schonend behandeln kann. Die anspruchsvollen Ergebnisse sind dauerhaft und sofort nach der Behandlung sichtbar.
Die Methode ist frei von unerwünschten Risiken und Nebenwirkungen. Bei diesem Verfahren werden Problemgefäße verödet. Das Prinzip dieser Verödung (Thermokoagulation) besteht darin, das Eiweiß in Blut und Gefäßwand allein durch Wärmeimpulse zielgenau gerinnen (koagulieren) zu lassen. Das geronnene Blut wird anschließend durch den Stoffwechsel auf natürliche Weise vom Körper selbst abgebaut. Die Wärme verursacht bei der Behandlung keinerlei Beschwerden.
Krampfadern (Varikosis)
Bei der Verödungstherapie (Sklerosetherapie) wird ein Medikament in die Besenreiser injiziert, dies führt zu einer Zerstörung der Gefäßinnenwand und damit zum Verschluss des Gefäßes.
Die Behandlung ist durch die sehr feinen Injektionskanülen fast schmerzfrei. Zu Beginn der Behandlung wird mit Injektionen in niedriger Dosierung begonnen um die individuelle Reaktion auf das Mittel zu testen. Dadurch lässt sich auch der Erfolg weiterer Verödungen gut abschätzen.
Manchmal löst das Verödungsmittel eine Blutgerinnung aus, dadurch sind die Besenreiser noch einige Zeit sichtbar und blassen erst mit der Zeit ab. Nach der Injektion kann sich bei sehr oberflächlich gelegenen Besenreiser eine Entzündung entwickeln, die sich unter entsprechender Therapie mit feucht-kühlen Verbänden jedoch schnell zurückbildet.
Die Flüssigkeitsverödung stellt ein millionenfach erprobtes schmerz-und nebenwirkungsarmes Verfahren dar, mit dem in der Regel ein sehr gutes kosmetisches Ergebnis zu erreichen ist.
Besenreiser
Besenreiser sind kleine erweiterte Blutgefäße an Beinen, die als hellrote Gefäßbäumchen, dunkelblaue Äderchen oder rötliche Felder sichtbar werden. Besenreiser entwickeln sich meist anlagebedingt und sind oft der erste Ausdruck einer Venenschwäche. Wird hier nichts unternommen, können bedrohlich aussehende Krampfadern entstehen.
Durch Thermokoagulation können die störenden Äderchen in ein bis drei Behandlungen schmerzfrei und dauerhaft verödet werden. Es geschieht ohne Zuführen von Chemie, nur durch Wärmeeinwirkung. Die Haut bleibt unverletzt. Mikroverkrustungen, die am nächsten Tag zu sehen sind lösen sich von selbst. Das Gefäß bleibt dauerhaft verschwunden.
Nach der Behandlung ist kein Kompressionsstrumpf erforderlich. Sie können anschließen Ihren Alltag wie gewohnt gestalten und sogar Sport treiben sind kleine erweiterte Blutgefäße an den Beinen, die als hellrote Gefäßbäumchen,
Die Methode ist im Vergleich zur Laserbehandlung nahezu schmerzfrei und für jeden Hauttyp geeignet. Vorteil im Vergleich zu anderen Methoden wie Flüssigverödung und Laser:
keine Pigmentierungsstörungen
keine Verbrennungen oder Blutergüsse
keine Vernarbungen
für alle Hauttypen geeignet
zu jeder Jahreszeit möglich
keine Kompression erforderlich
sofortige körperliche Betätigung möglich.
Spider Neavi
Auch als Sternchenangiome oder Gefäßsternchen bekannt, sind sogenannte “Spider Neavi” kleine Blutgefäßneubildungen. Aus einem zentralen Gefäßknötchen gehen sternförmige feine Äderchen aus. Sie können in jedem Lebensalter und an jeder Körperregion entstehen.
Eine Entfernung durch Thermokoagulation ist schmerzfrei und meist in einer einzigen kurzen Sitzung möglich. Das Ergebnis ist sofort sichtbar.
Erweiterte Äderchen
(Couperose) sind feine rote Blutgefäße, die auf der Haut deutlich sichtbar sind. Besonders häufig treten sie nach langjähriger Sonnen- und Witterungseinwirkung im Gesicht auf. Aber auch eine erbliche Veranlagung und Stress sind wahrscheinlich die Ursache.
In nur einer Sitzung ist die vollständige Beseitigung einzelner Äderchen problemlos und schmerzlos möglich. Bei massivem Auftreten kann eine deutliche kosmetische Besserung erzielt werden.
Blutschwämmchen
sind stecknadelkopf- bis linsengroße rote Flecken oder kleine Knötchen, die aus erweiterten kleinen Blutgefäßen bestehen und überall am Körper auftreten können. Sie sind nicht gefährlich, stören aber kosmetisch und lassen Betroffene oft älter aussehen als sie sich fühlen.
Durch Thermokoagulation können diese schnell und schmerzfrei für immer verschwinden.
Ultraschalldiagnostik
Hochauflösende Ultraschallgeräte sind aus einer modernen Venenpraxis nicht mehr wegzudenken. Dadurch sind wir in der Lage rasch und für den Patienten nicht belastend eine eindeutige Diagnose zu stellen. Nach der Ultraschalluntersuchung sind in der Regel keine weiteren Zusatzuntersuchungen erforderlich
Nach der Schilderung der Beschwerden und der körperlichen Befunderhebung wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt die pro Bein 10 – 15 Minuten in Anspruch nimmt.
Danach werden die Diagnose und das Therapiekonzept ausführlich mit dem Patienten besprochen.
Operationsmethode „Pit picking“
Bei einem Sinus pilonidalis oder einer Steißbeinfistel
Der Sinus pilonidalis (pilus=Haar, nidus=Nest) ist eine akut oder chronisch verlaufende Entzündung im Fettgewebe der Unterhaut, überwiegend im Bereich oberhalb der Steißbeinregion. Die Erkrankung hat nichts mit dem eigentlichen Steißbein zu tun, die Fisteln liegen lediglich über diesem Knochen.
Als Anzeichen für eine Steißbeinfistel werden plötzlich auftretende Schmerzen, Schwellung oder Rötung am Steißbein angesehen, zudem ist die Stelle stark druckempfindlich, wodurch langes Sitzen oder Gehen als häufig Schmerzhaft empfunden wird. Bei der milden Form verläuft die Entzündung unauffällig, ohne die schmerzhaften Symptome. Lediglich eine kleine Hautöffnung in der Pofalte ist zu sehen. Bei akuten Entzündungen kommt es zu Eiterbildungen , einem Abszess.
Der Sinus pilonidalis oder die Steißbeinfistel ist eine Erkrankung, die im Laufe des Lebens entstehen kann, vornehmlich in der Pubertät, bei möglicher genetischer Vererbung. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen.
Der Entstehung scheinen verschiedene Ursachen, ausgelöst durch folgende Mechanismen, zugrunde zu liegen. Durch Reibebewegung der Pofalte drehen abgebrochene Haare mit wurzelnahen Enden in die Haut ein. Dadurch entstehen sogenannte Pori oder Pits (Vertiefungen), die Haare enthalten können. Da die Hornschuppen der Haare als Widerhaken fungieren, dringt das Haar immer tiefe bis in das Unterhautgewebe ein. Dort entwickelt sich eine Fremdkörperentzündung, die nicht spontan abheilt, sich aber infizieren kann.
Starke Behaarung, Übergewicht, übermäßige Schweißbildung sowie überwiegende sitzende Tätigkeit begünstigen die Entstehung eines Sinus pilonidalis.
Die geläufige Behandlung der Steißbeinfistel erfolgt über die traditionelle Operationsmethode, dabei wird der gesamte Fistelbereich ausgeschnitten, mit anschließender offener Wundbehandlung. Das offene Ausheilen der Wunde ist hierbei langwierig und beträgt oft 1,5- 3 Monate.
Eine besondere Form der offenen Wundbehandlung bei Sinus pilonidalis, stellt die in den 80iger Jahren von dem amerikanischen Chirug J. Bascom entwickelte Operationsmethode dar. Diese Methode eignet sich für kleine, erstmalig auftretende Fistelporen: die sog. „Pit picking“
Methode, was soviel wie „Rauspicken der Fisteln“ bedeutet. Dabei werden lediglich die Stellen, wo sich Haare in die Haut einbohren („Pits“), sparsam ausgeschnitten.
Die „Pit picking“ Operation ist der kleinste Eingriff für die Behandlung von Patienten mit Steißbeinabszeß. Dieser Eingriff wird in der Regel ambulant, in Bauchlage und in lokaler Betäubung durchgeführt, in speziellen Fällen auch in Vollnarkose.
Das Prinzip dieser Op-Technik ist es, die vorliegenden Fistelgänge in der Analfalte (die „Pits“) knapp auszuschneiden („picken“), mit Wunden von nur 2 bis 3 mm. Damit erreicht man einen Verschluss der Fisteln durch Narbenbildung.
Schließen sich die „Pits“, verklebt auch die ehemalig entzündete Höhle unter der Haut und heilt aus.
Nach der Operation bestehen keine Einschränkungen. Der Verband kann am nächsten Tag abgenommen werden, danach reicht es aus, wenn auf der Wundfläche eine Einlage mit Kompressen getragen wird. Dabei sollte auf Spülungen und Salben verzichtet werden. Eine Unterstützung des Heilungsprozesses durch Analgetika und einer Erholungsphase ist anzuraten.
Der Eingriff hat eine Rückfallrate von ca. 20% bei Männern, aber nur ca. 4% bei Frauen, so das der Eingriff nahezu ideal für weibliche Patientinnen ist. Die Rückfallquote ist bei Männern etwas höher, aber durch die schonende Erstoperation kann bei einer Wiedererkrankung die „Pit picking“ Methode ohne Probleme wieder, auch beliebig oft, wiederholt werden.
Rauchen und Übergewicht erhöhen das Risiko eines Rezidives. Insgesamt heilen die Fisteln nach einer „Pit picking“ Operation nach max. 4 Wochen komplett aus, und der operative Bereich ist völlig trocken.