Weltkrebstag: Ein Blick hinter die Diagnose

Zum Weltkrebstag teilen wir die persönliche Geschichte einer Mitarbeiterin. Sie zeigt, wie Krebs Familien prägt – und warum Vorsorge, Begleitung und Zusammenhalt so wichtig sind.

Heute ist Weltkrebstag. Aus diesem Anlass möchten wir unsere Stimme einer unserer Mitarbeiterinnen übergeben, die sich dem Thema Krebs sehr persönlich angenommen hat. Sie erzählt die Geschichte ihrer Großmutter – eine Geschichte, die zeigt, wie tiefgreifend eine Krebserkrankung das Leben von Betroffenen und Angehörigen verändern kann.

Eine Erkrankung, die alles verändert

Im Februar 2023 erlitt meine Großmutter einen Herzinfarkt. In den Monaten danach fiel auf, dass sie körperlich zunehmend schwächer und im Erscheinungsbild blasser wurde. Rückblickend zeigten sich bereits zu diesem Zeitpunkt erste Hinweise auf eine schwerwiegende Grunderkrankung, die zunächst nicht eindeutig zugeordnet werden konnten.
Am Freitag, den 13. Oktober 2023, wurde im Rahmen einer hausärztlichen Blutentnahme ein Hämoglobinwert von 5 g/dl festgestellt. Ein derart niedriger Wert stellt eine akute medizinische Gefahr dar. Die Hausärztin reagierte umgehend und stellte noch am selben Abend – trotz bereits geschlossener Praxis – eine stationäre Einweisung aus. Gemeinsam mit der Familie wurde die Entscheidung getroffen, sofort das Krankenhaus aufzusuchen.

Eine Diagnose mit weitreichenden Folgen

Nach der Aufnahme in der Notaufnahme erhielt meine Großmutter mehrere Bluttransfusionen und wurde stationär weiterbehandelt. In der weiterführenden Diagnostik erfolgte eine Magen- und Darmspiegelung, bei der ein etwa 8 cm großes Rektumkarzinom festgestellt wurde. Ergänzend wurden CT- und MRT-Untersuchungen durchgeführt. Bereits zu diesem Zeitpunkt zeigten sich kleine Auffälligkeiten in der Lunge, die zunächst noch als unauffällig eingeschätzt wurden.

Therapie, Entscheidungen und familiärer Rückhalt

Aufgrund der Tumorgröße und zur Vermeidung eines drohenden Darmverschlusses wurde ein protektives Stoma angelegt. Diese Phase war für die gesamte Familie organisatorisch wie auch mental herausfordernd. Die enge Begleitung durch Angehörige spielte dabei eine wichtige Rolle – sei es bei Arztgesprächen, Therapieentscheidungen oder im Alltag während der stationären und ambulanten Behandlungen.

Im November 2023 begann die Chemotherapie, gefolgt von einer Strahlentherapie Anfang 2024. Die Therapie war intensiv und erforderte eine kontinuierliche medizinische Überwachung sowie eine stabile soziale Unterstützung. Durch die kombinierte Behandlung konnte der Tumor deutlich verkleinert werden. Im Mai 2024 wurde das Rektumkarzinom operativ vollständig entfernt.

Rückschläge und neue Therapieentscheidungen

Während einer anschließenden Therapiepause kam es zu einer Größenzunahme der zuvor beobachteten Lungenherde, die nun eindeutig als Metastasen bewertet wurden. Es wurde erneut eine systemische Therapie empfohlen und eine ausgedehnte Lungenoperation geplant, die im September 2024 durchgeführt wurde. Trotz der bestehenden Vorerkrankungen und des hohen operativen Risikos konnten alle Metastasen vollständig entfernt werden. Auch in dieser Phase war die familiäre Unterstützung essenziell – insbesondere im Hinblick auf Entscheidungsfindung, Genesung und Nachsorge.

Ein vorläufiger Wendepunkt – auch hier

Im März 2025 ergab eine erneute Bildgebung den Verdacht auf eine weitere Metastase im rechten Oberlappen der Lunge mit einer Größe von etwa 17 mm, lokalisiert an derselben Stelle wie zuvor. Diese Veränderung wurde mittels hochdosierter Strahlentherapie behandelt. Die anschließenden Kontrollen zeigten keinen weiteren Tumornachweis. Aktuell gilt meine Großmutter als tumorfrei.

Wenn medizinische Behandlung allein nicht ausreicht

Im Verlauf der Erkrankung spielte neben der medizinischen Therapie auch die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) eine wichtige Rolle. Sie unterstützt schwer erkrankte Menschen und ihre Angehörigen in belastenden Phasen – medizinisch, pflegerisch und menschlich.

Weitere Informationen zur spezialisierten ambulanten Palliativversorgung in Kaiserslautern finden Sie hier:
https://hospiz-kaiserslautern.de/spezialisierte-ambulante-palliativversorgung-sapv

Wer diese wichtige Arbeit unterstützen möchte, kann dies auch über eine Spende tun:

  • IBAN: DE16 5405 0220 0000 0886 90
  • Spendenkonto SAPV Kaiserslautern
  • BIC: MALADE51KLK

Krebs betrifft ganze Familien

So individuell jede Krankengeschichte ist – sie steht stellvertretend für viele ähnliche Fälle. Krebs betrifft nicht nur Patientinnen und Patienten, sondern immer auch Familien, Freunde und das soziale Umfeld. Empathie, Aufmerksamkeit und gegenseitige Unterstützung sind dabei oft ebenso wichtig wie die medizinische Behandlung selbst.

Warum Vorsorge so wichtig ist

Der Krankheitsverlauf macht deutlich, welche zentrale Rolle Vorsorgeuntersuchungen spielen können. Viele Krebserkrankungen entwickeln sich über Jahre hinweg und lassen sich durch frühzeitige Untersuchungen früher erkennen oder in manchen Fällen sogar verhindern.

Wir bei Meliva bieten viele verschiedene Möglichkeiten der Vorsorge, Diagnostik und ärztlichen Begleitung an. Sie sollen Menschen dabei unterstützen, Veränderungen früh wahrzunehmen und rechtzeitig medizinische Abklärung in Anspruch zu nehmen. Denn wir machen Gesundheit mit Herz – und dabei steht der Mensch immer im Mittelpunkt.

Was bleibt

Diese Geschichte zeigt, wie eng medizinische Versorgung, persönliche Stärke und familiärer Rückhalt miteinander verbunden sind. Sie erinnert daran, dass hinter jeder Diagnose ein Mensch steht – und ein Umfeld, das mitträgt, begleitet und Hoffnung gibt.